Yoga

Yoga gehört zu den ältesten ganzheitlichen Wissenschaften des Mensch-Seins. Die Überlieferungen sprechen von mehreren 1000 Jahren. Mittlerweile ist Yoga auch bei uns mehr als beliebt, da unglaublich wirkungsvoll. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Yoga zu praktizieren. Um ein bisschen Licht in die zahlreichen Varianten zu bringen, bemühe ich mich hier um einen kleinen Überblick über das Was ist Was im Yoga und wer das jeweils anbietet.

Aber was ist denn Yoga überhaupt so ganz grundlegend? Es ist schwer, sich hier kurz zu fassen, denn Yoga ist sehr viel. Viel mehr als nur körperliche Ertüchtigung. Es ist ein spiritueller Weg, ein Übungsweg zur Selbstverwirklichung und Selbsterkenntnis, ein philosophisches System, eine Geistesschulung, ein ganzheitlicher Weg für Körper, Geist und Seele. Zu Anbeginn auch ein magischer Weg mit Opferhandlungen, Ekstasetechniken und Askese. Wie tief man sich hineinbegibt, ist einen natürlich selbst überlassen. Auf jeden Fall ist Yoga aber eine wunderbare Möglichkeit, in unserer anstrengenden Zeit von höher, schneller, weiter und zunehmenden Wahnsinn zu sich Selbst und damit zur Ruhe zu kommen.

Yoga auf Turnübungen zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Denn unweigerlich kommt der Yoga-Praktizierende in Kontakt mit den tieferen Schichten seiner Selbst, der Quelle. Und das ist auch gut so. So kann Heilung geschehen, als Gnade in der Tiefe, am Ursprung.

Typische Yoga-Elemente
Je nach Praxis das ein oder andere mehr oder weniger betont

  • Asanas: Körperarbeit, statisch und/oder dynamisch.
  • Chakrenarbeit
  • Meditation, Kontemplation
  • Pranayama: Atemschule
  • Visualisierungen
  • Chanten / Mantren
  • Ethik und Moral
  • Spiritualität
  • Philosophie
  • Ernährung
  • Reinigung
  • Disziplin
  • Askese, Ekstase

Hatha-Yoga und die klassischen Traditionslinien

Hatha Yoga

Hatha-Yoga ist der körperbetonte Yoga-Weg und bei uns im Westen der wahrscheinlich bekannteste gelehrte und praktizierte Weg. Ursprünglich war das wichtigste Ziel die Begegenung mit Gott bzw. dem Göttlichen. Grundlage vieler Traditionslinien. Dieser komplexe Übungsweg beinhaltet

  • Körperhaltungen
  • Reinigungstechniken
  • Atemtechniken
  • Konzentrationen
  • Visualisierungen
  • Stimmübungen

Iyengar Yoga

Kraftvoll und körperorientiert, zum Teil auch akrobatisch. Dem Hatha-Yoga zugeordnet. Begründer: B.K.S Iyengar. Hier werden Hilfsmittel wie Klötze, Gurte, Decken, Kissen verwendet um den Übenden die korrekte Ausführung der Asanas (Yogastellungen) zu erleichtern.

Ashtanga Yoga

Dem Hatha Yoga zugeordnet und relativ junge Form. Sehr körperbetont. Wenig meditativ. Es gilt körperlich als die schwierigste und technisch ausgefeilteste Form des Yoga. Eine moderne Abwandlung davon ist das Power Yoga (s.u.). Wichtigste Elemente:

  • Körperarbeit – Asanas
  • Atemarbeit – Pranayama

Vini-Yoga

Therapeutischer Yoga. Hatha Yoga Techniken und Philosophie Patanjalis. Hier wird sehr individuell auf den körperlichen und seelischen Momentzustand des Übenden eingegangen.

Kriya-Yoga

Hier wir das „Tun“ die „Handlung“ selbst = „Kriya“ betont. Die Disziplin, es überhaupt zu tun. Kriya ist Teil verschiedener Yogastile.

  • Körper- und Atemübungen
  • Reinigungsübungen
  • Meditation
  • geistige Schulung im Stil Indiens

Integraler Yoga

Vorwiegend geistiger Weg. Im Mittelpunkt stehen Selbsterfahrung und Meditation

Bhramari Pranayama

„Bienenatmung“

Spezieller Yogaweg, bei dem Atmen und Summen im Vordergrund stehen.

Yoga der Energie und Kundalini Yoga

Betont die Fähigkeit der Energielenkung durch verschiedene „Techniken“ des klassischen Yoga. Energie ist die deutsche Übersetzung des Wortes Kundalini. Die Kundalini ist jenes energetische Element des Körpers, das seinen Sitz an der Basis der Wirbelsäule hat und sie die Wirbelsäule aufwärts strebend, erwecken und steuern lässt.

Für körperlich und seelisch gesunde Menschen geeignet

  • Klassischer Hatha-Yoga
  • intensive Körper- und Atemübungen
  • Mantra singen
  • Ernährungslehre
  • Lebensführung

Unterarten des Kundalini oder Energie-Yoga

  • Hatha Yoga
  • Mantra Yoga: Chanten, spiritueller Gesang
  • Laya Yoga: „Auflösung“, heißt, das Ziel ist höheres Bewusstsein
  • Nada Yoga = Yoga des Klangs. Nada = Schwingung. Im feinstofflichen Körper gibt es die Nadis oder auch Chakren – auch als „Klangbahnen“ bezeichnet
  • Yantra Yoga: Visuelles Yoga, es wird mit Symbolen gearbeitet

Sivananda-Yoga

Integraler internationaler Yoga, hinter der die Oranisation des Swami Sivananda, ein Friedensaktivist steht.

Wichtigster Bestandteil dieser Yoga-Wissenschaft sind die 5 Punkte und 4 Pfade.

Die 5 Punkte:

  • Richtige Körperübungen (Asana)
  • Die richtige Atmung (Pranayama)
  • Richtige Entspannung (Savasana)
  • Richtige Ernährung (vegetarisch)
  • Positives Denken und Meditation (Vedanta und Dhyana)

Die 4 Pfade

Hier werden die 4 Positionen Intellekt, Herz, Körper oder Geist als Elemente identifiziert. Yoga der Synthese:

  • Karma Yoga – der Pfad des Handelns
  • Bhakti Yoga – der Pfad der Hingabe
  • Raja Yoga – der Pfad der geistigen Kontrolle
  • Jnana Yoga – der Pfad der Weisheit

Abwandlungen und modernes Yoga

Yin Yoga

Schwerpunkt auf sehr lang gehaltene Positionen um Selbstheilungskräfte durch loslassen zu fördern. Sehr ruhig und beruhigend für das Nervensystem. Schließt ebenso ein

  • 5-Elemente-Lehre
  • Harmonisierung des Chi
  • Atemlenkung
  • Heilende Laute
  • Meditation

Hormon Yoga

Hier konzentriert man sich in erster Linie auf das Hormonsystem. Die Übungsreihen werden speziell darauf abgestimmt. Vor allem für Frauen.

Power Yoga

Amerikanische, moderne Version des Ashtanga Yoga. Es ist für eine breitere Gesellschaft geeignet, da die Übungsfolgen und Techniken an die körperlichen Voraussetzungen des  Übenden angepasst werden.

  • Kraftvoll und körperorientiert
  • Dynamisch und lange Übungsreihen
  • Workout und Fitness

Bhramari Pranayama

„Bienenatmung“

Spezieller Yogaweg, bei dem Atmen und Summen im Vordergrund stehen.

Taoistisches Yoga

Entstanden aus dem chinesischen Taoismus und dem indischen Yoga. Es geht um die Entwicklung des „Chi“, der Lebenskraft, diese zu beherrschen und zu Lenken. Inhalte:

  • Körperübungen, ähnlich dem Hatha Yoga
  • Atemübungen, Atemlenkung
  • QiGong
  • Ethik und Moral
  • Visualisierung
  • Kampfkunst-Elemente
  • Meditation

Aerial-Yoga

„Schwebendes“ Yoga in hängenden Tüchern.

Oase Bayreuth

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